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Pfarrer Meinolf Niggemeyer

Würdigung in der Pax-Christi-Kirche

Auch sein Name ist nun auf den Boden der Pax-Christi-Kirche in Essen-Bergerhausen eingeschrieben. Beim Lesen seines Namens, der auf Tontafeln gefräst wurde, wird der Gedanke auf den 3. Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth in Gelsenkirchen-Heßler gelenkt. Für die älteren Heßleraner Gemeindemitglieder ruft sein Name Erinnerung wach, Erinnerung an Meinolf Niggemeyer, dessen Wirken sich in der St. Elisabeth-Gemeinde in den schweren Kriegs- und in den ersten Nachkriegsjahren vollzog, die vom Wiederaufbau der stark zerstörten Kirche geprägt waren. Mitten in der Aufbauphase geschah am 13. Februar 1949 im Pfarrhaus neben der Kirche ein furchtbares Verbrechen, ein Raubmord, dem der beliebte Pfarrer zum Opfer fiel (siehe Chroniktext).
Im Jahre 2005 wandte sich der Pfarrgemeinderat von St. Elisabeth an den Pfarrer der Pax-Christi-Gemeinde mit der Bitte, auch den Namen ihres ermordeten Pfarrers in die Gemeinschaft der vielen eingeschriebenen Namen aufzunehmen. Getragen wurde diese Bitte durch die Übergabe von Text- und Bilddokumenten, die die grauenvolle Tat belegen. Demgemäß stimmte die Pax-Christi-Gemeinschaft auf ihrem Kapitelstag 2005 dem Gesuch der Heßleraner zu.
Am Sonntag, dem 16. November 2008, fand in der Pax-Christi-Kirche eine Abendandacht statt, in der 107 Namen/Personengruppen (darunter MEINOLF NIGGEMEYER) verlesen wurden, Namen von Gewaltopfern, über die auf den Kapitelstagen in den Jahren 2005, 2006, 2007 und 2008 Konsens zur Einschreibung gefunden worden ist. Eingelassen sind diese Namen in einem vor dem Altar neu geschaffenen Namenfeld. Verbunden war die feierliche, bewegende Andacht mit geistlicher Musik.
Auch aus Heßler waren einige Gemeindemitglieder angereist, um der Würdigung ihres damaligen Pfarrers und all der anderen Opfer, deren Namen auf dem Boden der Unterkirche von Pax-Christi eingelassen worden sind, beizuwohnen.

PAX-CHRISTI-KIRCHE
45136 Essen-Bergerhausen
An St. Albertus-Magnus 44

Erbaut wurde die Kirche als Doppelkirche (Ober- und Unterkirche) 1950 - 1959.
Links: Der Altar der Unterkirche mit dem neuen Namenfeld (unten: MEINOLF NIGGEMEYER).
Insgesamt erinnern auf dem Boden dieser Kirche ca. 1200 Namensteine an Menschen aus aller Welt, die durch Gewalt zu Tode gekommen sind: Glaubende und Atheisten, Christen, Hindus und Moslems, Polen und Deutsche, Israelis und Palästinenser - darunter Namen von Kämpfern für Gerechtigkeit und Wahrheit und solche, die selbst durch Gewalt schuldig wurden, Namen von Ländern und Orten, in denen Menschen durch Kriege, Massaker und Terror starben.


Heßleraner Gemeindemitglieder während der Abendandacht, der ANDACHT DER NAMEN, am 16. November 2008
Im neuen Namenfeld unten:
MEINOLF NIGGEMEYER
Pfarrer F. J. Steprath (links), der die Abendandacht zusammen mit seinem Nachfolger ab dem Jahr 2009, Pastor Berthold Janberg (rechts), und den Lektoren zelebrierte. Pfarrer Steprath nimmt mit Ende des Jahres 2008 nach 33jähriger Tätigkeit an Pax-Christi Abschied von seiner Gemeinde, der kleinsten katholischen Pfarrei in der Stadt Essen. Somit wird ein Wechsel von der zweiten zur dritten Generation an Pax-Christi vollzogen.


Weitere Informationen zur Pax-Christi-Kirche sind im Internet zu finden, unter:
www.pax-christi-essen.de

(Alois Kessel)