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Literarische Reise 28.09.2011

Aufbrechen
heißt vor allem, aus sich heraus gehen,
die Kruste des Egoismus zerbrechen,
der uns in unser eigenes “Ich“ einzusperren sucht.
 
Aufbrechen heißt, damit aufhören,
sich um sich selbst zu drehen,
als ob man der Mittelpunkt der Welt
und des Lebens wäre.
 
Aufbrechen heißt, sich nicht in den Kreis
der Probleme der Welt einschließen zu lassen,
zu der wir gehören.
Mag sie so wichtig sein wie immer, die Menschheit ist größer und eben dieser müssen wir dienen.
 
Aufbrechen heißt nicht, Kilometer fressen,
Meere überqueren
oder Überschallgeschwindigkeit erreichen.
Es heißt vor allem,
sich den anderen öffnen,
sie entdecken,
sich mit ihnen begegnen.
                                         (Helder Camara)
 

Im Rahmen der "Literarischen Reise" fand am 28. September 2011 die 4. Lesung in der St. Elisabethkirche statt. Das Thema stand an dem um 19 Uhr begonnenen Vortragsabend unter dem Motto "Wer aufbricht, kommt auch Heim!". Die Vorträge konzentrierten sich auf Schriftlesungen und Buchpassagen, die den inneren Aufbruch in den Mittelpunkt stellen, um Gottesnähe zu erfahren. So kann die Zuwendung und die Öffnung zu anderen Mitmenschen oft für den Aufbrechenden eine heilsame Wirkung hervorrufen, ja ein Heimkommen bedeuten. Aus der inneren Einstellung heraus entsteht auch oftmals der Wunsch, wirklich physich aufzubrechen, sich auf den Weg zu machen, um dann nach körperlicher Anstrengung ein angestrebtes Ziel zu erreichen. Vorgetragene Texte und Gedichte verschiedener Autoren stimmten an diesem Abend die interessierten Zuhörer auf nachdenkliche Weise in die Thematik ein. Die gedämpfte und anheimelnde Beleuchtung der Kirche unterstrich angenehm die Einfühlsamkeit in das vorgetragene Wort. Ernste, nachdenklich stimmende Texte berührten die Seele, und launige Passagen aus dem Buch "Ich bin dann mal weg" brachten die Zuhörer dann auch schon mal zum heiteren Lachen. Alles in allem war`s ein gelungener, unterhaltsamer Abend, der mit einem kleinen Imbiß und einem Glas Rotwein ausklang. 

 In der St. Elisabethkirche
 Visuelle Einstimmung ins Thema:  - der Weg - der Rucksack - die Wanderschuhe - die Bank der Ruhe -
 
(Alois Kessel)