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Zeichen setzen

- Fronleichnam -
Seit über 700 Jahren setzen Christen äußere Zeichen ihres Glaubens durch ihre Teilnahme an der Fronleichnamsprozession. Sie bekunden in den Straßen und Feldern durch die öffentliche Darstellung der Monstranz mit der geweihten Hostie, dass Christus in der Gestalt des Brotes gegenwärtig ist. Das Fronleichnamsfest, das Fest der leiblichen Gegenwart Christi, wird auch in Heßler seit des Bestehens der katholischen Kirche, also seit mehr als 100 Jahren gefeiert. Die jährlichen Prozessionen fanden anfänglich offenbar nur im nahen Umfeld der Kirche statt. Dokumentiert ist, dass die erste Fronleichnamsprozession in Heßler am 15. Mai 1922 durch die Gemeinde durchgeführt wurde. Am Nachmittag dieses Fronleichnamstages konnten dann die Heßleraner im Saal der damaligen Gastwirtschaft Vogel (an der Ecke Fersenbruch/Verbindungsstraße) die Aufführung eines eucharistischen Weihespiels erleben.
In früheren Jahren war es guter Brauch, die Häuser am Prozessionsweg mit Fahnen und die Straßen mit Blumenteppichen zu schmücken. An bestimmten Plätzen der vier Himmelsrichtungen der Gemeinde Heßler stellten die Anwohner jeweils einen Fronleichnamsaltar auf, der von ihnen ebenfalls liebevoll geschmückt wurde. So gab es also vier Stationen, an denen die Prozessionsteilnehmer inne hielten, um hier zu beten und den Sakramentssegen für sich und ihren Ortsteil zu erbitten. Die Prozessionen selbst begleitete stets eine Blaskapelle (des seinerzeitigen Gesellenvereins), zu deren Klängen die Gläubigen die festlichen Sakramentslieder sangen.
Die gute Tradition lebt, wenn auch in geänderter Form, bis auf den heutigen Tag weiter in der Gemeinde St. Elisabeth. So feierte die Gemeinde am diesjährigen Fronleichnamsfest, dem 3. Juni 2010, wieder das Fest der Eucharistie, diesmal mit einer Messe im Lohmannshof.
 
                                      
 

 

 Nach der Messe machten sich die Gläubigen auf den  Weg, um den ..........

 

 

 

 ......... Eucharistischen Herrn durch die Gemeinde zu tragen, ………

 .....durch`s grüne Heßler .....

 

 

 

.......... bei strahlendem Sonnenschein.

 
 

 

 Station mitten im Grünen mit Tanz der Messdiener und der Kommunionkinder dieses Jahres

 

Segnung der Gläubigen

 

 

Die Fahnenabordnungen

 

 
 

    

Die Prozession bewegt sich der Kirche zu, vorbei am Eingangsbereich des Westfriedhofes, ....................

   

 

 

 
 

 

......... vorbei an der evgl. Heßler-Kirche ..........

 

 

 

......... bis zur St. Elisabeth-Kirche. 

 

 

Nach dem Einzug in das Gotteshaus fand hier die Fronleichnamsprozession

 

ihren feierlichen Abschluss mit dem sakramentalen Segen.

Zum Mittagessen hatte danach Pater Anno geladen mit einer von ihm selbst zubereiteten Paella, ................

 

....... die den Geruchstest offenbar bestanden hat und auf die Ausgabe an die geladenen Gäste wartet.

 

 

- Schachtzeichen -
Nicht nur bei der diesjährigen Fronleichnamsprozession, sondern auch bei der Aktion “Ruhr.2010“ vom 22.-30. Mai 2010 wurden Zeichen gesetzt, im ganzen Ruhrgebiet, so auch in unserem Heßler. Daher liegt es für uns Heßleraner nahe, dass wir auch an dieser Stelle auf die Schachtzeichen einen Blick werfen. Aufgelassene leuchtend gelbe Ballone waren es, die an die ehemaligen Zechenstandorte erinnerten. Diese gesetzten Zeichen führten uns über eine Woche lang vor Augen, wie stark früher der Bergbau auch unser Heßler geprägt hat. Zwei Standorte der Zeche Wilhelmine-Victoria waren damals durch einen Damm und der darauf fahrenden Zechenbahn miteinander verbunden (entlang der heutigen Dammstraße). Zum einen waren es die Schächte I/IV an der Heßlerstraße und zum anderen die Schächte II/III am Fersenbruch. Die Fronleichnamsprozessionen führten uns stets an die Orte, an denen einmal die Bergleute ihrer harten Arbeit nachgingen, wo sie wohnten und wo sie vielleicht auch heute noch beheimatet sind.
Sie ist also immer noch da, die geistige Verbindung zwischen dem Früher und Heute. So wurde die diesjährige Fronleichnamsmesse im Lohmannshof gefeiert, in einer Siedlung, die von Bergleuten erstellt wurde. Der Weg der Prozession vollzog sich über das heute grüne Gelände der ehemaligen Schächte II/III und über die Siedlung Grawenhof, die seinerzeit auch für die Bergleute geschaffen wurde.
 
Die weithin sichtbar gewesenen Schachtzeichen ließen Erinnerungen aufkommen an das Heßler, wie es einmal war, und sie ließen erkennen, wie es heute ist:

 

 

 

 

Letzte Zeugin des früheren Zechengeländes ist die Begrenzungs-mauer, durch deren Öffnung sich heute ein Zugang zu den Häusern des s. g. "Grünen Hügels" auftut, einem Siedlungsgebiet, auf dem in den Vorjahren ebenfalls die Messen zu Fronleichnam gefeiert wurden.

     

 

Dieser Ballon schwebte über dem ehemaligen Gelände der Schächte II/III am Fersenbruch.

 

 

 

 

 

 

 So stellt sich heute das Gelände der damaligen Wilhelmine-Victoria-Schächte I/IV dar. Übrig geblieben sind lediglich das Pförtnerhäuschen und die Kaue, in der heute kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Der Ballon schwebt genau über dem ehemaligen Schacht I.

 

Das sind zwei Aufnahmen vom selben Standpunkt wie bei der Aufnahme oben links: Am 18. Mai 1985 wurde der Förderturm von Schacht IV gesprengt. Die Sprengladung zeigt ihre Wirkung, das Gerüst neigt sich. Die Demontage von Schacht I erfolgte im Oktober 1986.

Der Förderturm ist gefallen. Der Aufschlag erzeugt eine große Staubwolke.

 

Text und Fotos

(Alois Kessel)